3 Fragen an … Turnierdirektorin Sandra Reichel

10. Oktober 2021

Sandra Reichel strebte einst selbst eine Karriere als professionelle Tennisspielerin an. Sie stand auf Platz 25 der U-18-Weltrangliste. Doch eine Schulterverletzung stoppte sie. Außerdem merkte Sandra Reichel, die in Wien Betriebswirtschaftslehre studiert hat, dass sie „auf die andere Seite“ will – sie hatte den Drang, die Turniere selbst zu organisieren.

Im Jahr 2020 feierte Sandra Reichel ihr 20-jähriges Jubiläum als Turnierdirektorin des Upper Austria Ladies Linz. Das zweitälteste Damen-Hallenturnier der Welt war 1991 von ihrem Vater Peter-Michael ins Leben gerufen worden.

Seit 2019 fungiert Sandra Reichel auch als Turnierdirektorin der Hamburg European Open – als einzige Frau weltweit verantwortet sie in dieser Rolle ein Herrentennisturnier der ATP-500er-Kategorie. Ende des Jahres 2020 wurde sie von dem TV-Sender Hamburg 1 als „Hamburgerin des Jahres“ im Bereich Sport ausgezeichnet. Seit 2021 ist Sandra Reichel auch Turnierdirektorin von einem weiteren WTA Turnier in Hamburg.

Weitere Stationen als Turnierdirektorin für Sandra Reichel waren das Herren-Turnier in Kitzbühel (2005/2006) und die WTA-Turniere in Bad Gastein (2007 bis 2015), Barcelona (2012) und Nürnberg (2013-2019).

Sandra Reichels Lebensmotto ist „Geht nicht, gibt’s nicht“. Sie lebt in ihrer Heimatstadt Wels.

Wir hatten die Ehre Frau Reichel 3 Fragen stellen zu dürfen.

Wie muss eine Mannschaft „gestrickt“ sein, um die Vielzahl der Events, die verschiedenen Standorte sowie der Internationalität entsprechend Rechnung zu tragen?

Das Wichtigste bei allen Beteiligten ist der wahre Teamwork-Gedanke. Ein Team aus Einzelkämpfern würde scheitern. Jedes Teammitglied muss dort eingesetzt sein, wo er/sie seine Fähigkeiten optimal entfalten kann. Das 4-Augenprinzip verhindert Fehler und Nachlässigkeiten.  Flexibilität ist unerlässlich. Man muss wohl auch ein wenig verrückt sein und vor allem im wahrsten Wortsinne auch etwas Leidenschaft haben.

Was sind erfolgskritische Momente in der Planung – der Make-it- or Break-it-Moment?

Mein Lebensmotto lautet: Geht nicht gibt’s nicht. Deshalb gibt es bei mir nur den Make-it Moment.
Beispielhaft kann ich die Situation im letzten Jahr anführen. Während viele Turnierveranstalter einen Rückzieher gemacht haben stand für uns eine Absage in Hamburg und Linz eigentlich nie zur Debatte. Dies hatte zwar zur Folge, dass wir in Hamburg vor weniger Zuschauern und in Linz ganz ohne Publikum spielen mussten. Wir haben dafür sehr große Anerkennung und Dankbarkeit von Seiten der politischen Verantwortlichen, der Sponsoren und der Spieler*Innen als verlässlicher Partner erhalten. Wir setzen den Zug auf die Schiene und dann gibt es nur noch eine Richtung: Nach vorne!

Was würden Sie Ihrem 18-jährigen „Ich“ mitgeben?

Ziele setzen! Konsequent und hart für die Zielerreichung arbeiten! An sich glauben!

… und nicht vergessen: Immer wieder in die Berge und Natur zu gehen. Das gibt Kraft, tut der Seele gut und verändert den Blickwinkel!

Zuerst erschienen auf www.cswp.at


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